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Rotnasenland® - Thomas K. Hoffmann - Hauptstraße 29 - D-66894 Käshofen - Telefon: 06337 995776 - info@rotnasenland.de

Allgaier A 22 Verdampfer

 

Top restaurierter Zeitzeuge aus den Anfängen der aufstrebenden deutschen Landwirtschaft!

Dieser inzwischen von uns komplett Neu aufgebaute und völlig restaurierte Allgaier Verdampfer A 22 ist einer der ersten in großer Stückzahl gebauten Vorgänger der erfolgreichen und begehrten PORSCHE DIESEL Traktoren! Mit diesem Modell gelang der Firma Allgaier in Uhingen der große Durchbruch in der aufstrebenden Schlepper Landschaft der fünfziger Jahre im aufblühenden Deutschland!

Unser Fahrzeug stammt aus dem Vorbesitz eines Kleinbetriebes im südlichen Schwarzwald, da wo der Feldberg im Winter noch mit Schnee aufwartet und eigentlich hatte ich ursprünglich geplant, ihn in seinem wahrscheinlich nur noch sehr selten zu findenden unberührten Original Zustand zu belassen! Das Fahrzeug hatte weder eine Neulackierung noch eine Überholung erfahren. Er war in genau dem Zustand, wie ihn der Bauer vor 25 Jahren in die Remise schob und wir ihn nun dort heraus gezogen haben! Lediglich zum Leben erweckt, hatte man ihn und ein paar lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt, damit er zum Laufen zu bewegen war! Fantastisch, dieser Klang, wenn der großvolumige Einzylinder durch Drehen der fetten Handkurbel nach nur zwei, drei Umdrehungen zum Laufen kommt! Das muß man einfach mal erlebt haben. Kommen Sie auf einen Besuch in unser tolles Rotnasenland und lassen Sie sich begeistern! Hier wurde schon so mancher Männertraum zur Wirklichkeit!

Mit den herzlichsten Grüßen Thomas K. Hoffmann

So weit zumindest meine anfängliche Wunschvorstellung! Leider haben wir zwischenzeitlich gemerkt, daß der Vorbesitzer uns den "leicht" defekten Motor verschwiegen hatte! Vieleicht nur die Kopfdichtung? Danke, über so etwas freue ich mich dann immer ganz besonders doll! Wasser im Öl kommt bei den alten Kriegern gar nicht gut! Hoffentlich ist nicht der Kopf auch noch hinüber! Egal, wir wären ja nicht die Rotnasenländer, wenn wir das nicht wieder hinbekommen würden.

Sie dürfen auf jeden Fall versichert sein, daß wir den ernsthaften Interessenten für dieses Fahrzeug nicht über den Tisch ziehen werden, sondern den Traktor zuvor ordnungsgemäß instand gesetzt haben!

Heute ist der 13. November 2012 und es kam wie es eigentlich immer kommt, in solchen Fällen! Es war nicht die Kopfdichtung! Es kam viel schlimmer. Der komplette Motor muß auseinander, um an die Ursache und deren Behebung heran zu kommen. Mein Gott, ist das ein Schmodder in dem alten Eisenhaufen. Wir zerlegen das ganze große Teil bis in seine Einzelteile und es graust uns von Stunde zu Stunde mehr. Aber was soll ich sagen? Wir wollten es ja so. Ich hätte ihn ja stehen lassen können. Nun habe ich den Salat. Also, Hintern zusammen kneifen und ran ans alte Eisen! Wie sagen unsere Männer in der Werkstatt immer? Ist nur altes Eisen, das wehrt sich doch nicht. Und wenn der Hammer zu klein ist, dann nimm halt einen größeren!... Häubchen runter, Kipphebelschale weg, Ventile raus, Zylinderkopf runter, Kolben raus, Ringe runter, Neue bestellen und ersetzen, alles reinigen, kontrollieren, Ventile einschleifen, Mist! jetzt ist auch noch der Schwimmer aufgeplatzt. Aber auch diese Hürde wird genommen und zwei Tage später sind wir schon wieder am Zusammenbau!

Nun ist allerdings etwas passiert, was ich in diesem Fall mal vermeiden wollte. Ursprünglich sollte das gute, alte Dampfross ja im Original Zustand belassen bleiben! Über diesen Punkt sind wir aber soeben hinaus gerudert. Der Motor ist zusammen, alles erfolgreich wieder zum Leben erweckt, ein Haufen Geld rein gesteckt und immer noch eine Optik, wie ein alter Krieger, der frisch von der Schlacht bei Waterloo nach Hause kommt! Mal sehen, was sich da noch machen läßt? Vielleicht machen wir nur das Blechkleid frisch und belassen ansonsten dem Rumpf seine ursprüngliche Patina. Das Ding ist ja ansonsten wirklich nicht ganz schlecht beieinander. Denkste! Weit gefehlt, nach Überprüfung der restlichen Komponenten mussten wir leider feststellen, dass auch die Vorderachse völlig aus dem Ruder lief, die Lenkung total ausgeschlagen war und auch die komplette Elektrik....einfach nur Totalschaden! Einzig das Getriebe hat uns ausnahmsweise keinen Strich durch die Rechnung gemacht, es springt kein Gang heraus und alles läßt sich sauber und ohne übermäßige Kraftanstrengung schalten und walten, wie man das eben von einem alten Trecker erwartet. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, wie die Sache ausging.

12. Januar 2013! Das neue, grüne Farbkleid steht ihm doch ganz gut, oder?

Auch wenn der Aufwand allein schon aus finanziellen Gründen sehr schwer gefallen ist! Oder glaubt etwa irgend jemand, dass eine solch aufwendige Restauration im Verhältnis zum tatsächlichen Wert eines solchen Modells, jemals noch mal zu bezahlen ist? Oder wir irgend wann einmal diesen immensen Aufwand entlohnt bekommen? Sicherlich nicht mehr in diesem Leben. Aber was bleibt Dir denn übrig, wenn Du in der Hälfte der notwendigen Arbeiten steckst und es stellt sich mal wieder heraus, dass Du doch einen völligen Schrotthaufen erwischt hast! Sollte ich ihn etwa weg schmeissen? Oder zusammen pfuschen und warten, bis ein Dummer aufsteht? Keineswegs, denn davon gibt es auf dem intergalaktischen Traktormarkt genug Beispiele, die um die vermeintlich gut gläubigen und mit wenig Fachwissen ausgerüsteten Liebhaber alter Traktoren buhlen. Und auch wenn uns gerade auf diesem hart umkämpften Markt nicht alle selbst ernannten Spezialisten lieb haben, so haben wir doch als Fachbetrieb einen Namen zu verlieren! Von daher gibt es zu diesem Thema für uns schon lange keine Diskussionen mehr!

Im Übrigen steht der kleine grüne Giftzwerg bei Interesse zum Verkauf. Er kostet zwischenzeitlich 19.800 Euro und beim Transport kann selbstverständlich geholfen werden. Logisch, dass die obligatorische TÜV Abnahme dazu gehört.

Heute ist Sonntag, der 17. Februar 2013 und ich habe mal wieder etwas Zeit, mich um die Pflege dieser Seiten zu kümmern. Ich hatte Ihnen ja bereits angekündigt, dass ich Sie auf dem Laufenden halten werde. Zuerst einmal möchte ich den Anrufern, die mich bisher nach einem Kaufpreis für dieses alte Unikum gefragt haben und wann er denn endlich fertig sein würde und ob man ihn denn nicht vielleicht auch so kaufen könne, wie er jetzt sei......... folgendes sagen: Sind Sie froh, dass Sie es nicht gemacht haben!

Dieser elendige, alte Eisenhaufen kam ja bereits Mitte Januar vom Lackierer zurück und wir dachten, nun endlich das Schlimmste hinter uns zu haben und nachdem mir der Lackierer auch noch zum dicken Ende, seine Rechnung präsentierte, konnte es eigentlich auch nicht mehr schlimmer kommen! Dachten wir zumindest! Aber! Es kam wie immer, nämlich schlimmer. Und zwar viel schlimmer. Alle, und zwar wirklich alle Lager und Radialdichtringe, sowie Wellendichtringe und Buchsen an diesem jetzt so wunderschönen Eisenhaufen waren kaputt, laut oder brüchig! Härter hätte dieser Schlag ins Gesicht uns nicht treffen können. Das sein Getriebeöl eine einzige schwarze und stinkende klibbernde Masse war, war noch das geringste Übel. Ansonsten war nämlich das Getriebe sein einziges Bauteil, was nicht aufwendig repariert werden musste. Ich weiß schon, was Sie jetzt denken! Aber zum einen habe ich mich eben leider und zum Leidwesen meines Geldbeutels, mal wieder auf den damaligen Verkäufer verlassen. Und zum Anderen sollte er ja eigentlich "nur" ein bißchen aufgehübscht werden um danach als Zeitzeuge, wie das ganze Thema Porsche Traktoren einmal angefangen hat, in unserer Ausstellung stehen. Gott bewahre, hätte ich das auch nur andeutungsweise geahnt. Aber zwischenzeitlich sehe ich die Sache sportlich und nehm ihn als Beweis, dass dem Hoffmann so etwas halt auch einmal passieren kann. Ich gebe es ja zu, dass es letztendlich unsere eigene Schuld war. Wir hätten den Traktor ja schließlich VORM Lackieren richtig kontrollieren können und VORHER alles machen können. Egal, wir kriegen das schon hin. Und der Lackierer freut sich schon auf seinen nächsten "grünen" Einsatz. Nur wird es jetzt leider nichts mehr mit dem Verkaufen. Denn bis der alte Eisenberg dann endlich irgend wann einmal fertig sein wird, hat er so fürchterlich viel Geld verschlungen, dass ihn sich wohl Niemand mehr leisten möchte! Aber er steht ja bei unseren Rotnasen letztlich auch ganz gut. In diesem Sinne............

Heute Montag 25. Juni 2013! Land in Sicht! Mit zwischenzeitlich vereinten Kräften haben wir es geschafft, dem grünen Monster die Vorderachse komplett neu auszubuchsen, sowie für den ausgeleierten Mittelachsbolzen durch Einsatz von zwei speziell dafür angefertigten Eisenplatten und entsprechenden Distanzringen, wieder die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Alle, und zwar wirklich alle am Traktor befindlichen Dichtungen, Simmerringe und dergleichen sind erneuert und ersetzt. Das Blechkleid ist montiert und die Elektrik komplett Neu angefertigt und größtenteils auch schon verkabelt. Die Felgen wurden frisch gepulvert und seine Reifen erneuert. Den Kabelbaum haben wir in diesem Fall mal selbst gestrickt, Helmut! Alle elektronischen Komponenten durch Neuteile ersetzt und korrekt angeschlossen. So Gott will und wir noch mal eine Woche dran bleiben können, bin ich sehr zuversichtlich, dass ich den alten grünen Eisenhaufen bis Ende Juli zur ersten Ausfahrt bewegen kann. Mal sehn, wie es ausgeht, da ja nun das Gröbste überstanden ist!

In diesem Sinne......

Samstag 13. Juli 2013, Geschafft! Gestern Nachmittag war er auch seiner nunmehr dritten Probefahrt und nun sollte man ihn mit ruhigem Gewissen als geheilt entlassen können. Nicht dass er uns nicht noch gehörigen Ärger bereitete. Auf Anhieb war da nämlich gar nichts, mit mal schnell raus aus der Werkstatt und wieder rein ins Leben. Vielleicht hat er sich ja inszwischen so sehr an unsere schöne Werkstatt gewöhnt, dass er gar nicht mehr raus will? Interessant auch die Tatsache, dass irgend Jemand im Laufe der vielen Monate, seine Anlasskurbel verschlampt hatte! Nun stellen Sie sich diese Enttäuschung vor, wenn Sie als Erster im Rennen, kurz vorm Ziel sind und dann geht Ihnen der Sprit aus! Oder als er dann drei Tage später zwar mit neu angefertigter Kurbel, auf den ersten Schlag anlief und sein komplett neuer Motor, einen Klang und eine Urgewalt ausstrahlt, dass es eine wahre Freude ist................. Aber ihm dann plötzlich und ohne Vorwarnung der Diesel aus allen Ecken und Kanten herunterläuft! Ich kann Euch sagen: Jeder der schon mal auch nur andeutungsweise an einem Trecker geschraubt hat, ich war kurz davor das Eisenmonster anzuzünden. Und Sie dürfen mir glauben, es war nicht nur eine Spritleitung, bei deren Befestigung, wir eine Schlauchschelle vergessen hatten. Nein, es war mal wieder der Supergau! Offenbar war der Tank in der agressiven Lauge des Entlackungsvorganges undicht geworden. Dies hat kein Mensch gemerkt und nun hatten wir den Salat. Also Trecker wieder fast zu einem ganzen Drittel auseinander, alle Blechverkleidungen runter, die Keilriemenabdeckung wegschrauben, die halbe Elektrik wieder abklemmen und den frisch lackierten und wunderschönen Tank heraus bauen, um ihn zu verlöten. Aber jetzt haben wir auch noch diese letzte Hürde genommen und ich kann nur sagen: Endlich geschafft, auch diesen sturen Bock haben wir bezwingen können und sind mal wieder mächtig stolz, eine weitere riesige Herausforderung gemeistert zu haben! Ein sehr positiver Aspekt ist ebenfalls zu Tage getreten, denn der kleine grüne Eisenhaufen ist verdammt schnell und wunderschön geworden. Sollte nun Jemand meiner verehrten Leserschaft auf den Geschmack gekommen sein und Interesse an dem grünen Stinker haben, so sei vielleicht noch zu erwähnen, dass der Traktor käuflich zu erwerben ist. Sein Preis ist soeben auf anständige 19.800,- Euro reduziert worden ! In diesem Sinne, auf ins nächste Abenteuer und allzeit immer eine Handvoll Diesel im Tank. Thomas K. Hoffmann