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Fiat 500 D mit "Selbstmördertüren"

Dieser im Juni 1963 in Perugia/Italien erstmals zugelassene und bereits auch dort restaurierte, kleine Chinquecento verfügt doch tatsächlich nicht nur über die alten und nach vorne zu öffnenden "Selbstmördertüren"! Nein, er ist sogar mit dem großen und bis zur Motorklappe herunter reichenden, Faltdach ausgestattet! Und als ob dies nicht schon selten genug wäre, ist selbst das originale "Hardtop" noch vorhanden, welches bei den meisten Fahrzeugen dieser Gattung im Laufe der Jahre verloren ging und einfach durch ein größeres Stück Faltdach ersetzt wurde. Genial, was man ab und an, doch immer mal wieder so findet und zu kaufen bekommt.

Der kleine Zwerg hat laut den vorhandenen Original Papieren einen 19,5 PS starken 2 Zylinder Motor mit 850 ccm.

Und nun kommt wieder mal das eher unerfreuliche an der Geschichte!

Auch ich bin mal wieder einem Betrüger aufgesessen, obwohl gerade mir, so etwas eher nicht passieren dürfte. Es war in Stuttgart auf der Oldtimermesse Retro Classik im März letzten Jahres. Man hatte dort zum ersten Mal die sogenannte Italiener Halle dazu eröffnet. Die Halle voll mit netten kleinen italienischen Autos. Ferrari, Lamborghini, Maserati, sogar ein wirklich toll restaurierter Fiat Multipla als Taxi gab es für über 40 Tausend Euro im Angebot. Und diesen weißen Fiat, den ich hier beschreibe. Ich hätte an diesem Tag besser nicht diese Halle betreten......

Ende vom Lied war die Tatsache, dass meiner Frau das Ding recht gut gefiel, ich mit dem Verkäufer recht schnell handelseinig wurde und nun zu Hause angekommen, den kleinen Luigi über den TÜV und zur Anmeldung bringen wollte. Dem TÜV gefiel bereits das ein oder andere Rostloch und die schlechte Bremse nicht, an unserem vermeindlich frisch renovierten Auto. Nicht schlimm, wir richten das, für uns ja wohl ein Pappenstiel. Nur wurde daraus leider Nix. Denn aus dem Pappenstiel wurde mal wieder sehr ein ganzer Urwald voller Arbeit und Fakt ist, dass der kleine Wagen nun in meiner Werkstatt steht und unser Karosseriebauer nun gut vier Wochen damit verbracht hat, den gesamten Fußboden des Wagens komplett und Stück für Stück zu erneuern!!!

Ja, man hätte auch einen nachgefertigten Ersatzfußboden kaufen und einsetzen können. Das ist in der Regel einfacher, passt aber in den seltensten Fällen, ist dünn wie Papier und dann eben auch nicht mehr original. Wir haben uns wie so oft, mal wieder für die anständige und perfekte Methode entschieden. Die Schweißarbeiten sind inzwischen durch, alles ist akribisch in Bildern dokumentiert und der Kleine wartet jetzt erst mal, bis wir wieder Zeit für ihn haben. Zu bezahlen ist das Ganze sowieso nicht mehr und deshalb ist es jetzt auch Piepegal, ob er noch sechs Wochen länger in der Ecke steht, oder ob er bereits Morgen fertig wäre.

Ich werde berichten, wenn es weiter geht.

 

Wir haben uns nach langem hin und her nun dazu entschieden, der kleinen Knutschkugel eine Komplettrestaurierung zu spendieren. Aktuelle Fotos über den Stand der Arbeiten sehen Sie hier: