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Porsche-Diesel Junior 109

 

Eine herrliche kleine Rotnase der letzten Junior Serie im nunmehr wieder makellosen Top Zustand! Seine erste Zulassung war im Juli 1961, er verfügt über den auf 98 mm erweiterten Kolbendurchmesser, was seinem Einzylinder Motor immerhin bärenstarke 15 PS verleiht, die er aus gerade mal 875 Kubik Zentimetern heraus holt. Der freche kleine Stinker hatte bisher erst insgesamt drei Vorbesitzer! Mit insgesamt nahezu 2500 gebauten Einheiten erheblich seltener, als der immerhin fast 16 Tausend Mal gefertigte Junior 108 in allen Modell Varianten.

Es tut mir sehr leid, aber auch dieser herrliche, kleine Stinker wurde soeben, im August 2018 VERKAUFT!

Am 30. September diesen Jahres telefonierte ich mit einem netten Herrn aus Hagen, der mir seinen angeblich top restaurierten Junior anbot. Er war wirklich sehr nett und ich schimpfe diesmal hier auch nicht. Trotzdem war der kleine rote Traktor mal wieder alles Andere, als Top Zustand. Die Lackierung war wirklich absolut super ausgeführt und der Traktor war komplett, nicht verbastelt und auch neu bereift. Er war unter diesen Umständen natürlich auch alles Andere, als Günstig. Egal, es war eben, wie es immer ist, wenn es um den Ankauf von vermeintlich top restaurierten Treckern geht.

Wir haben inzwischen eine komplett neue Kupplung eingebaut. Kupplungsscheibe, Mitnehmerscheibe und auch das Ausrücklager sind einmal Neu! Bei der Gelegenheit wurde auch die gesamte Abteilung Innenleben gereinigt, Rostschutz behandelt, sowie die Schwungmasse mit frischem Oel befüllt und ebenfalls komplett gereinigt. Die nicht mehr ladende Lichtmaschine haben wir Kurzerhand gegen eine General überholte aus unserem Lager getauscht. Dabei natürlich auch wieder alles gereinigt, neue O Ringe eingesetzt und den ganzen Vorderwagen bzw. Traktor anschließend wieder zusammen gesetzt. Bei der Zerlegung des guten Stückes wurde uns dann auch abermals bewußt, dass ein 50 Jahre alter Traktor und sei er auch noch so gut erhalten, einfach fertig ist. Und zwar zumindest so weit fertig mit der Welt, dass er unseren Ansprüchen von einer Top Rotnase nicht entspricht. Also auf ihn mit Gebrüll und eben mal noch schnell den Motor von Grund auf überholt. Und zwar nicht nur, wie oftmals üblich auf dem freien Markt, mit Zylinder abdichten und etwas Farbe drüber. Nein, bei uns geht nur in eine Richtung. Und zwar richtig und komplett. Oder gar nicht. Also gehen Sie bitte davon aus, dass der Motor komplett zerlegt wurde, die Kurbelwelle beim Motoreninstandsetzer geschliffen wurde, das Haupt, sowie das Bundlager und die Pleuellager, sowie die Pleuelbuchse als Neuteile verwendet wurden. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass Sie für den ganzen Mist, den ich hier jedesmal schreiben muss, auch Belege und entsprechende Rechnungen vorlegen kann? Fragen Sie das mal bei anderen Anbietern nach.

Einen tollen Spruch hörte ich zu diesem Thema vor Kurzem auf einer Oldtimermesse in Süddeutschland!

Restaurierungsberichte haben wir nicht. Sind wir Schriftsteller oder Werkstattleute? Na denn!

Also weiter gehts im Text. Wenn ich dann alle Neuteile zusammen bestellt habe, geht alles geschlossen zum Motoreninstandsetzer, der nun etwa drei Wochen Zeit hat, die Teile zu bearbeiten. Anschließend sind dann unsere Jungs wieder an der Reihe, um den Motor zu komplettieren. Ist immer ein ergreifender Moment, wenn die Rotznasen danach zum ersten Mal wieder von selber tuckern können. Er hier hat es auf Anhieb mit Bravour geschafft und läuft nun wieder, wie am Schnürchen.

Ich weiß gar nicht auf die Schnelle, was uns noch so alles aufgefallen war, was nun wieder besser ist, als damals Neu. Die Vierfach Kontroll Leuchte wurde gegen ein Neuteil ausgetauscht, die gesamte Lenkung wurde überholt und neu ausgebüchst. Ebenso die beiden Kreuzgelenke der Lenkung, auch Neu. Dann haben wir die ausgeleierte Sitzkonsole mit neuen Bolzen und entsprechend größeren Buchsen ausgestattet. Der vermurkste Schalthebel wurde gerichtet und mit einem neuen Knauf bestückt. Der verdrehte Handgashebel wurde geschweißt und wieder in die richtige Richtung gestellt. Bei der Gelegenheit wurde auch die noch völlig rostporige Sitzschale runter geworfen und gegen ein neues Top Exemplar getauscht. (Und das jetzt nur mal am Rande. Aber was müssen das für Stümper sein, die eine Sitzschale neu einfärben und dabei nicht mal die ganzen Rostnarben zuspachteln? Kommt eh ein Kissen drauf, das sieht doch Keiner!) Auch die Sitzbügel auf den beiden Kotflügeln waren einfach nur überlackierte Schrottbügel. Nun sind zwei Neue drauf und das sieht wieder echt edel aus. Zusammen mit den seitlichen Magnet Kissen eine echte Augenweide. Einige Edelstahlschrauben mussten auch wieder aus Ihren Schubladen hervor geholt werden, um dem kleinen Stinker etwas die Optik aufzuwerten. Überhaupt kann man nun langsam fast von einer echten Rotnase reden, wenn man genau hinsieht, gibt es jetzt auch neue Blinker an der Vorderseite neben den Scheinwerfern, feine Nummernschildunterlagen aus edlem Edelstahl, neu lackierte Felgen und so ziemlich alles, was eben eine echte Rotnase ausmacht.

Rufen Sie mich gerne an, das schöne Stück steht eventuell sogar zum Verkauf und wer Lust hat, darf gerne und fast zu jeder Zeit, zum Anschauen, Ausprobieren und Staunen vorbeikommen. Im Übrigen bekommen Sie bei uns auf alle von uns restaurierten Traktoren exakt die gleiche Werksgarantie, wie das schon damals im Werk in Manzell der übliche Anspruch gewesen ist. Auch das sollten Sie vielleicht mal bei anderen Anbietern ins Gespräch bringen. Und nun wünsch ich Euch Allen wieder mal einen schönen Tag und alle guten Wünsche aus dem Land der roten Nasen. Und unseren Stammlesern mal lieben Dank für Ihre Geduld.