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Rotnasenland® - Thomas K. Hoffmann - Hauptstraße 29 - D-66894 Käshofen - Telefon: 06337 995776 - info@rotnasenland.de

PORSCHE DIESEL Master 429

Kompletter Neu Aufbau, Restauration bereits abgeschlossen!

Er ist ja vor etwa zehn Jahren schon mal restauriert worden, Herr Hoffmann. Der ist im Zustand besser, als er damals das Werk verließ! Wer kennt sie nicht, diese Sprüche? Und wer von uns ist nicht auch schon mal darauf herein gefallen, in seiner Euphorie? Immer wieder kommt es vor, dass sich das vermeindliche Top Exemplar, als Blender und anschließendes Faß ohne Boden entpuppt! Die Sparbüchse schlechthin, könnte man auch dazu sagen! Das aber selbst dem Rotnasenländer mal so übel mitgespielt wird und dass es sich zu allem Elend sogar noch um ein Fahrzeug, aus in der Szene, sehr prominentem Vorbesitz handelte........... Das ist schon sehr traurig, meine Herren!

Aber was hilft es denn nun? Das Kind ist im Brunnen, der Traktor bezahlt und der Verkäufer ist sich nicht mal einer Schuld bewußt, weil er nämlich auch keine große Ahnung von Treckern hatte. Hauptsache mal einen Master in der Garage haben! Toll! Danke Herr Außenseiter! Als er nun selbst schon etliche Euro in dem Trecker versenkt hatte und merkte, was er sich da für eine Gurke eingehandelt hatte, schnell bei mobile.de inseriert und gewartet, bis so ein Dummer, wie der Hoffmann kommt! Leute, ich könnt mir heut noch in den Hintern beissen, dass ich mich da hab blenden lassen.

Aber was hilft all das Klagen, Augen zu und durch, sollte ab jetzt die Devise heißen! Und so fingen wir am 15. November 2011 an, den Master 429 mit der Fahrgestellnummer 429214 sorgfältig zu zerlegen und in sämtliche seiner Bestandteile auseinander zu nehmen! Leider war von der angeblich so toll restaurierten Substanz nicht das Geringste zu erhalten, um es dann später als unseren Anspruch zu verkaufen. Nicht einmal den Kabelbaum oder gar den Torso konnten wir unverändert übernehmen. Es war wirklich zum Heulen. Also das übliche Spiel: Traktor bis zur letzten Schraube zerlegen, den Torso auseinander fahren, Der Motorsimmerring war zwar neu, aber leider haben ihn die "Vorrestaurateure" beim Einbau zerdrückt. Somit war natürlich alles vergebene Liebesmüh. Gott sei Dank war wenigstens eine neue Kupplung verbaut, so dass wir uns zumindest diese Kosten ersparen durften. Wir haben dann natürlich auch den Getriebesimmerring und den Motorwellendichtring ausgetauscht und den Bauch sorgsam wieder zusammengefügt! Beim Erneuern der Achsdichtringe haben wir nicht nur beidseitig die Kugellager erneuert, wir sind auch auf einen weiteren schweren "Murks" unserer Vorgänger aufmerksam geworden! Offenbar hat der Traktor in seinem früheren Leben einmal sehr schwer über die Zapfwelle arbeiten müssen! Dies geht natürlich auf das Differenzial und hinterläßt dort irreparable Spuren. In solchen Fällen wird es dann oftmals sehr teuer. Man kann jedoch auch einfach aus Coladosenblech ein paar vermeindlich passende Buchsen schneiden und diese auf die Achsen des inneren Kreuzgelenkes aufschieben, auf dem die Planeträder/Sonnenräder des Differenzials laufen! Dies geht sicherlich ein paar Wochen gut, solange niemand die Zapfwelle benutzt! Irgendwann verabschiedet sich aber unser Dünnblech in Richtung Getriebe und verursacht dort seltsame Geräusche. Ganz zu schweigen, von der Unwucht, die wir jetzt wieder in der Hinterachse haben! Verbunden mit dem laienhaft und schlecht abgedichteten sogenannten "Schnellgang" den unseriöse Zeitgenossen noch immer für viel zu teuer Geld an vermeindlich ahnungslose Traktorbesitzer verkaufen............! Nicht auszudenken, wenn Ihnen bei knapp 50 km/h ein Kind vor den Schlepper läuft!  Leute, ich kann Euch nur warnen, vor solchen vermeindlich tollen Umbauten! Ihr steht immer mit einem Fuß im Gefängnis! Aber zurück zum Master! Gott sei Dank konnte mir auch in diesem Fall mal wieder mein alter Freund und Dauerberater Bernd Senger mit Rat und Tat, sowie passendem Ersatzteil zu Hilfe kommen! Packs ein und komm her, wir sehen mal, was wir tun können, war seine Antwort auf meine telefonische Ratlosigkeit! Danke, Bernd! Ich also nach Dirmstein, mein zerfleddertes Differenzial auf die Theke gelegt, er ein anderes Differenzial eines anderen Modells daneben gelegt, jeder zwei Schraubenschlüssel in der Hand und eine knappe Stunde später war alles umgebaut. Bernd hatte einen Berg Schrott auf der Theke und ich für faires Geld ein generalüberholtes Differenzial im Kofferraum! Selbstverständlich ging das anschließende Mittagessen auf meine Kappe! Wir haben danach etwa drei Tage gebraucht, bis der Differenzialkorb wieder im Master war und beide Achshälften mit neuen Wellendichtringen und Kugellagern versehen, zusammen gesteckt und am Trecker verschraubt waren! Endlich geschafft, der Torso ist zusammen und steht wieder auf seinen Rädern. Da ich vor Kurzem den Reisemaster unseres Rotnasenlandes mit breiten Hinterrädern der Größe 30 x 16,9 ausgerüstet habe, war nun die Überlegung, unser Restaurationsobjekt vielleicht von den recht kleinen 28er Rädern zu erlösen und ihm die doch recht ansehnlichen 30 x 14,9 des Reisemasters zu gönnen! So viel Geld, wie der uns nun kosten wird........ Da kommt es auf die fetten Räder jetzt auch nicht mehr an! Aber zuvor war Abschleifen und Lackieren angesagt! Wir sind ja zwischenzeitlich so verrückt, dass wir unsere Schlepper bis nach Zwenkau in der Nähe von Leipzig zum Lackierer, zwecks neuem Farbkleid bringen! Warum ist man denn so verrückt, werden Sie sich fragen! Nahezu 600 Kilometer, nur für neue Farbe drauf? Das sage ich Ihnen jetzt und hier! So traurig es ist, aber ich finde in meiner Umgebung weit und breit keinen Lackierer mehr, der unser Thema ernst nimmt und die Qualität meiner Rotnasen entsprechend würdigt, dass ich mit seinem Preis/Leistungsverhältnis zufrieden sein kann! Traurig, aber leider wahr! Bis zu fünftausend Euro für eine Junior Lackierung zu verlangen und dann noch nicht mal sorgfältog gearbeitet! Egal, wir haben das Problem jetzt im Griff. Ist halt nur immer wirklich verdammt weit zu fahren. Bei der Gelegenheit auch mal meinen Dank an die gesamte Mannschaft vom Lackierer Team! Und an den Chef persönlich, für seine Geduld mit mir und meinen ständigen Sonderwünschen!

Zu Weihnachten waren alle Teile und der frisch lackierte Torso wieder zurück im Rotnasenland, wo auch direkt mit dem Zusammenbau begonnen wurde. Als erstes wurde der komplette Obermotor zur Motoreninstandsetzung gebracht, um die Zylinder zu hohnen und planschleifen zu lassen. Die Pleuelbolzen wurden neu zentriert und alle vier Pleuellager durch Neue ersetzt! Mit neuen Ölabstreif- und Kolbenringen versehen, haben wir die gut erhaltenen Kolben wieder eingesetzt und die Zylinderköpfe nach gründlicher und schonender Reinigung im speziellen Aluminium Chemiebad unseres Entlackungszentrums in Zweibrücken auf die Laufbüchsen gesetzt. Alle Ein und Auslassventile wurden neu besorgt und nach Einfräsen der Ventilsitze eingepasst. Neue Stößelstangendichtungen (immer mit der Rundung nach unten, zum Metall hin einsetzen) wurden selbstverständlich auch benutzt und dass an dem Motor keine einzige Dichtung mehr alt ist, muß ich nicht extra erwähnen, oder?

Nachdem die Blechteile zum größten Teil wieder zusammen gesetzt waren und auch schon die ersten Funktionen am Traktor wieder auszuführen waren, widmeten wir uns dem Thema Strom! Ich kann Ihnen flüstern, es gibt schon Spezialisten.... Obwohl der Kabelbaum eigentlich zu Anfang gar nicht mal den schlechtesten Eindruck machte, aber er passte nun einfach nicht mehr zu dem tollen Traktor! So entschlossen wir uns kurzerhand, auch ihn, wieder mal, komplett zu erneuern! Das Ergebnis ersehen Sie an den Bildern zu "vorher/nachher" auf dieser Seite! Und dies mal als Eigenwerbung ganz nebenbei bemerkt: Sie können sämtliche Kabelbäume für alle Porsche DIESEL Modelle einbaufertig über uns beziehen! Zwischenzeitlich kann man den alten Diener schon fast wieder als richtigen Porsche Master erkennen und am 16. Februar war es dann endlich soweit! Nach einem herben Rückschlag, wir hatten nämlich beim Zusammensetzen des Motors nicht bemerkt, dass eine Zylinderlaufbuchse nicht perfekt plangeschliffen war und somit blies der stolze Vierzylinder trotz perfekt rundem Lauf, am dritten Zylinder kräftig ab! So eine verdammte Sch......! 2 volle Tage später und eine nachgeplante Laufbüchse weiter, war es dann erneut soweit! Fette Batterie dazu, alle Öle nochmals kontrolliert und nach kurzem Vorglühen........! Er läuft! Und zwar auf Anhieb! Auf Anhieb und mit einer Laufruhe, wie sie am ersten Tag wohl nicht ausgewogener sein konnte! Das einzige Problemchen, was sich nun noch heraus stellte, war eine undichte Einspritzdüse. Na ja, wenn es weiter nichts ist, die Kupferdichtung war gleich getauscht! Danke, das war eine verdammt gute Arbeit! Da wird der Rolf Augen machen, wenn er sieht, was wir dem Sidy für einen tollen Trecker gebaut haben! Wenn nun nichts mehr dazwischen kommt, werden wir nächste Woche die Unterlenker und die Ackerschiene anbauen, die beiden fest sitzenden Hubspindeln gangbar machen und noch ein paar Kleinigkeiten, wie Motorhaube und Beifahrersitze montieren. Wir freuen uns schon alle ganz arg, dass wir anschließend endlich zur ersten Probefahrt starten können! Mit etwas Glück, können Sie dieses Fahrzeug übrigens live und zum Anfassen, auf unserem Messestand in Halle 8 auf der Retro Classics in Stuttgart vom 22. bis 26. März bewundern! Anschließend wird er zu seinem neuen Besitzer in die Schweiz verbracht und ist daher leider nicht mehr im Rotnasenland zu besichtigen! Stand Samstag: 25.02.2012: Die Motorhaube sitzt auch wieder und die vordere Doppeleinspritzpumpe ist etwas fetter eingeregelt, damit er im warmen Zustand nicht mehr so hart schlägt. Jetzt noch die Rückstrahler dran, besseres Wetter gewünscht und fahren, fahren, fahren..............!

Sidy, Du wirst begeistert sein!

Am Freitag den 04. Mai haben wir den Traktor endlich seinem unruhigen neuen Besitzer nach Winterthur in die Schweiz gebracht! Keinerlei Probleme beim Zoll, alle waren Sie vor lauter Staunen gar nicht mehr bei der Sache gewesen und wir wissen nun auch endlich, was man alles beachten muss, wenn man in ein Nicht EU Land einen Traktor einführen will!

An dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank für die anerkennenden Worte aus der ehemaligen Schweizer Abteilung des ehrenwerten PDCE! Danke vielmals, wir werden den nächsten Master wieder mindestens genau so schön bauen!

Thomas K. Hoffmann