. .

Rotnasenland® - Thomas K. Hoffmann - Hauptstraße 29 - D-66894 Käshofen - Telefon: 06337 995776 - info@rotnasenland.de

Restaurierung eines Porsche-Diesel Master 418

Schrotthaufen wäre eigentlich noch viel zu milde ausgedrückt! Manche Verkäufer sollten sich wirklich was schämen!

Nur das dies auch mal erwähnt ist! Dieser Master 418 ist für uns der 6. in Worten Sechste Master, den wir komplett Neu aufbauen! Ohne die beiden anderen Vier Zylinder, bei denen wir "nur" die Kohlen aus dem Feuer holten und den Pfusch anderer vermeintlicher Restauratoren beseitigt haben! Wir legen übrigens auch für jedes unserer Fahrzeuge die Hände ins Feuer und geben auf alle von uns durchgeführten Arbeiten eine anspruchsvolle Garantie! Einen sogenannten "Nach mir die Sintflut" Vertrag, oder gekauft wie gesehen und anschließend musst Du sehen, wie Du klar kommst, mit Deinem Bastler, Schlacht und Schrotthaufen Projekt............Alles dummes Zeug und bei uns absolutes "no go"! Das sollen weiterhin die Leute machen, die es schaffen, ein solches Fahrzeug für achttausend Euro zu restaurieren und es auch immer wieder schaffen, dafür einen gläubigen Abnehmer zu finden! Wir machen genau so weiter, wie bisher und sind auch nach dem Kauf noch lange und geduldig für Sie da, wenn es mal tropft oder rasselt oder Sie mal wieder vergessen haben, den Schlüssel raus zu ziehen und es diesmal "Gott sei Dank", nur die leere Batterie gewesen ist! Das klappt nämlich ganz gut und sorgt für dauerhaft zufriedene Kunden. Nicht wahr, Herr Kartrin? In diesem Sinne... lets go und ran an den fetten Master!

Am 17. Juli 2014 nehmen wir den Schraubenschlüssel zum ersten Mal in die Hand und  beginnen die gesamten Öle, oder was man irgendwann mal so nannte, abzulassen, oder besser gesagt: heraus zu kratzen! In mühevoller Handarbeit wird der gesamte Traktor mal wieder bis ins kleinste Detail auseinander gebaut und regelrecht ausgeweidet. Nach drei vollen Tagen liegen die völlig verrotteten Teile vor uns und die Werkstatt sieht mal wieder aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen! Nicht schön, aber gehört eben leider auch dazu. Wir laden alle Teile in unseren Sprinter und bringen das gesamte Alteisen mal wieder in unser so sehr beliebtes und viel gelobtes Entlackungszentrum nach Zweibrücken. Mein Gott, was würden wir nur machen, wenn wir diese Firma nicht hätten. Du fährst den ganzen Schrott einfach hin, die packen es in Gitterkörbe, räumen diese auf den großen Gitterkörbeberg und drei Wochen später rufen Sie Dich an und wie durch ein Wunder.... ist der ganze Rotz und Rost und Spachtel und alte Farbe und einfach alles, was man sonst in mühevoller Handarbeit selber wegkratzen musste, einfach weg! Es ist, als ob man ein völlig jungfräuliches Stück Metall in Händen hält! Einfach nur genial.

Zwischenzeitlich konnten wir dann auch die Zeit nutzen und unsere Werkstatt wieder entseuchen und auf Vordermann bringen. Nun ist alles wieder einigermaßen in bewohnbarem Zustand und man muss sich nicht mehr schämen, wenn Kunden kommen. Nach Wiedererhalt unserer inzwischen gereinigten Eisenbrocken aus dem EZZ, gehen wir auch direkt wieder an die Arbeit und beginnen, den Torso des Treckers zu sortieren und den Motorblock mit neuem Leben zu füllen. Als Erstes kommt die inzwischen vom Motoreninstandsetzer bearbeitete und plan geschliffene Kurbelwelle wieder an Ihren angestammten Platz im Gehäuse zurück. Na ja, was soll ich sagen, wenn es mal läuft, dann läuft es. Ist ja nicht der Erste, den wir auf diese Art und Weise wieder ins Leben zurück holen.

Das Getriebe allerdings, hat es uns diesmal wirklich nicht einfach gemacht. Ein Getriebe, nicht nur, dass es gar kein Master Getriebe war, welches irgendwelche Spezialisten vor langer Zeit mal hier eingesetzt hatten, nein, es war auch in einem dermaßen desolaten Zustand, man hätte es besser weggeschmissen, als sich diese Arbeit angetan. Aber gehen Sie mal auf die Suche nach einem ZF A 216 Getriebe! Natürlich, früher oder später werden Sie sogar eines für teures Geld zu kaufen kriegen. Aber glauben Sie ernsthaft, das wird besser sein? Sehen Sie, also alles wieder auf Anfang und ran an die Buletten. Oder soll ich sagen: Zahnräder, Wellen, Nadelkäfige, Kegelrollenlager und all die Eisenbrocken, die da noch so drinnen sind, in einem solchen Getriebegehäuse. Einfach ist sicherlich anders, aber wir wollten es ja nichts anders. Hätten wir weiter mit alten Autos gehandelt, wäre uns so manche Entäuschung diesbezüglich erspart geblieben. Aber dann hätten wir anderen Ärger und es wäre auch nicht viel anders. Also, Jammern einstellen und weiter schrauben. Es gibt da übrigens in Pirmasens Fehrbach die Firma Buchheit Fertigungsteile.de, die haben uns beim Ausdrehen und Anfertigen der Vorderachsbuchse geholfen und waren auch beim Drehen, aufschweißen, aufchromen und Bearbeiten der einzelnen Getriebewellen und Zahnräder eine große Hilfe. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir Ihnen einen kompletten Schnellgang Zahnradsatz für das A 216 Getriebe anbieten können? Im Ernstfall sogar mit Einbau durch unsere eigene Werkstatt!

Alle Anbauteile sind vom Lackierer zurück. Jetzt geht es an den Zusammenbau.

20. August 2015.  FERTIG!

Geschafft! Um 15 Uhr gaben meine Männer Signal, letzte Probefahrt, nun sollte alles gut sein! Und es war gut, zumindest für diesen Tag. Wir haben für jeden eine Flasche Bier geköpft und erst mal alle tief durchgeatmet. Wenn jetzt am Sonntag die große Probefahrt mit unserem Chef zufriedenstellend ausfällt, dann sollte auch dieser unser Rotnasenland schon bald in Richtung seines Besitzers in den hohen Norden verlassen können.

Thomas K. Hoffmann